Arbeit in Kerikeri

 

Ja ich bin immernoch in Neuseeland und mir geht es gut auch wenn ich schon länger nichts mehr geschrieben habe 🙂

 

Da ich nun fast 5 Monate gearbeitet habe, hatte ich nicht so viel Zeit, Blogbeiträge zu veröffentlichen. Nun muss ich nicht mehr arbeiten und somit habe ich auch wieder mehr Zeit zu schreiben.

Aber ich fange mal vorne an, denn es gibt eine Menge zu erzählen!

Da ich im Juli nach Neuseeland gekommen bin, war es zu dieser Zeit natürlich Winter. Weil ich gerne den Sommer zum Reisen nutzen wollte, hatte ich mich dazu entschieden im Winter zu arbeiten. Über die Organisation, mit der ich meinen Work and Travel Aufenthalt geplant habe, erhielt ich einige Kontaktdaten zu sogenannten Workhostels, also Hostels in denen man hauptsächlich zum Arbeiten bleibt. Im Norden ist es im Winter am wärmsten, also entschied ich mich dazu, ein Workinghostel in Northland zu suchen. Da es in der Gegend nur zwei Stück gibt und sich bei dem einen niemand meldete, war die Entscheidung nicht zu schwer. Somit landete ich in einem Ort namens Kerikeri in der Hideaway Lodge. Als ich montagabends mit dem Bus in Kerikeri ankam, bekam ich von Brian, dem Besitzer der Hideaway Lodge alles was man zum Leben benötigt: ein Bett, eine Dusche, eine Küche zum Kochen, Teller, Messer, Gabel, Löffel, Tasse und ein Handtuch. Die Lodge ist wie ein kleines Dorf aufgebaut, mit mehreren kleinen Hütten, zwei Küchen und zwei Waschräumen. Außerdem gibt es einen Pool und einen Aufenthaltsraum mit Billardtisch und Fernseher. Da es schon spät war ging ich auch direkt schlafen, denn am nächsten Tag hatte ich ja auch schon meinen ersten Arbeitstag. Zu dem Zeitpunkt wusste ich nur, dass der Job etwas mit Kiwibäumen zu tun hat, somit ging ich mit hohen Erwartungen ins Bett. Am nächsten Morgen klingelt der Wecker um halb sieben und ich mache mich fertig für meinen ersten Arbeitstag. Zuerst frühstücken und ein paar Brote schmieren und dann geht es auch schon los. Sidney, ein Brasilianer der auf der Lodge arbeitet, fährt mich und die Leute mit denen Ich heute arbeiten werde, mit einem kleinen Bus zu meiner Arbeitsstelle. Schnell stellt sich heraus, dass ich auf einer Kiwiplantage arbeiten werde. Dort angekommen bekomme ich von einer Frau namens Gina gezeigt, was ich zu tun habe. Ich bekomme einen Beutel mit kleinen schwarzen Clips und meine Aufgabe ist es, die Äste der Kiwipflanzen mit diesen schwarzen Clips an Stahldrähte, die quer über die Plantage gespannt sind, zu befestigen. Zusätzlich muss ich alte oder zu kleine Äste abschneiden. Die Astscheren müssen wir nach jedem Gebrauch desinfizieren, um die Ausbreitung von PSA zu verhindern. Pseudomonas syriangae pv. Actinidiae kurz PSA ist eine Krankheit die ausschließlich Kiwipflanzen befällt und diese absterben lässt, jedoch nicht gesundheitsschädlich für den Menschen ist.

20160719_100315.jpg
So sieht es aus wenn es fertig ist

 

Um 10:00 Uhr ist nun die erste „smoko“ (neuseeländisches Wort für Pause) und ich merke schon, dass mir der Nacken weh tut, weil man während der Arbeit ununterbrochen nach oben gucken muss, da die Drähte in ca. 2 m Höhe gespannt sind. Während der smoko lerne ich die anderen Leute, mit denen ich arbeite, kennen. Darunter sind drei Deutsche, drei Kiwis (Neuseeländer), zwei Engländer und eine Tschechin. Nach ein paar Stunden Arbeit ist um 12:00 Uhr lunchtime und ich merke bereits, dass die Arbeit relativ eintönig ist und dass nur mit einem guten Gespräch die Zeit schneller vorbeigeht. Letzte smoko ist um 15:00 Uhr und um 16:30 Uhr werden wir auch schon wieder von Sidney abgeholt. Zurück in der Lodge heißt es dann schnell duschen, da um um 17:30 Uhr Brian mit einem kleinen Bus in die Stadt fährt. Dies ist die einzige Möglichkeit am Tag einkaufen zu gehen, wenn man nicht 10 Kilometer zu Fuß gehen möchte. In Kerikeri hat man 20 Minuten Zeit einzukaufen und dann wird man wieder zurückgefahren. Da es auf der Lodge nur WLAN gegen Bezahlung gibt, hat man die Chance zu McDonalds zu sprinten um dort das kostenlose WLAN zu nutzen. Abends kochen alle die auf der Lodge leben in den zwei Küchen und erzählen von ihrem Arbeitstag. Ich bin nach dem ersten Arbeitstag so müde, dass ich früh ins Bett gehe. Der nächste Tag geht viel schneller vorbei als der erste und die Arbeit beginnt sogar Spaß zu machen. Nach einer Woche auf der Plantage Ohel geht es in meiner zweiten Arbeitswoche auf eine Plantage namens Nautilus. Auf dieser Plantage hat Gina ihr Haus, was bei uns für bessere Arbeitsbedingungen sorgt, da wir nun jeden Tag Kaffee und Kekse bekommen :).

Man gewöhnt sich schnell an den Arbeitsalltag und die neuen Lebensumstände, auch wenn manche Sachen nicht unbedingt so sind wie man es gewöhnt ist (zum Beispiel Waschmaschinen, die den Dreck auf den Kleidern nicht entfernen, sondern verteilen).

Die Arbeit wird auch interessanter mit der Zeit, da man andere Sachen zu tun hat auf der Plantage, wie zum Beispiel das Ausbessern der Drahtkonstruktionen. Außerdem lerne ich neue Leute kennen bei der Arbeit, wie zum Beispiel den Kiwi Jason, dessen vorheriger Job Skipper auf einem Containerschiff zwischen Neuseeland und Fidschi war.

Nach 6 Wochen Plantagenarbeit und so manchen eisigen Wintermorgen ist die ganze Arbeit auf den nahgelegenen Kiwifeldern getan und ich muss nun schauen, dass ich einen neuen Job finde…

 

Northland & Cape Reigna (18.07.2016)

Heute geht es in den Norden! Um genau zu sein zum fast nördlichsten Punkt Neuseelands, dem Cape Reigna. Um 07:30 Uhr startet der Bus in Paihia. Nach 1 ½ Stunden Fahrt machen wir eine kleine Pause in einer Bucht in Mangonui.

20160717 8252
Strand in Mangonui

Danach geht es nonstop zum Cape. Die Strecke führt wieder durch eine Hügellandschaft, an der Ostküste vorbei. Je nördlicher wir kommen, desto dichter werden die Wälder und man fühlt sich ein bisschen verloren, da es nur eine einzige Straße und weit und breit nichts außer Wald gibt.

Beim Cape angekommen, sind es noch 10 Minuten Fußweg bis zum Leuchtturm. Auf dem Weg dahin muss man aufpassen, dass man nicht wegfliegt, weil es so windig ist. Aufgrund des Windes ändert sich das Wetter hier innerhalb von Minuten, so dass es trotz strahlend blauem Himmel auf einmal anfängt zu regnen.

20160718 8488
Tasman See

Vom Lighthouse aus sieht man, wie der Pazifische Ozean und die Tasman See ineinander übergehen. Wenn gerade mal keine Wolken am Himmel sind, kann man sogar die beiden Ozeane an der Farbe des Wassers unterscheiden. Für die Maori ist dies der Ort, an dem die verstorbenen Seelen ihre Reise in die spirituelle Heimat antreten.

20160717 8475
Lighthouse Cape Reigna

 

Cape Reigna ist definitiv ein Ort, an dem ich Stunden verbringen könnte, wir müssen jedoch weiterfahren, da wir für eine der nächsten Attraktionen an diesem Tag Rücksicht auf die Gezeiten nehmen müssen. Aber dazu später mehr …

Jetzt geht es zuerst mal zu den nahgelegen Sanddünnen zum Sandboarden! Vor Ort wird jeder mit einem Board ausgestattet, auf das man sich dann drauflegen und damit die Düne runter rasen kann. Aufgrund des hohen Spaßfaktors kann ich jedem empfehlen, das mal gemacht zu haben! Die Temperaturen heute lassen es auch nicht mehr zu, dass man hier von Winter spricht. Mit gut und gerne 20° C macht das Sandboarden gleich doppelt so viel Spaß!

DCIM100GOPROGOPR5575.
Dünen beim Sandboarden

Da wir jedoch, wie ich schon erwähnt habe, nur einen begrenzten Zeitrahmen haben, geht es nun an die Ostküste zum 90 Mile Beach (der in Wirklichkeit aber „nur“ etwa 90 Kilometer lang ist). Das Besondere an dem Strand ist, dass er als offizieller Highway in Neuseeland ausgewiesen ist und somit mit Fahrzeugen befahren werden darf. Aus diesem Grund muss man die Gezeiten im Auge behalten, da der Strand bei Flut so gut wie unbefahrbar ist. Außerdem muss man als Fahrer aufpassen, dass man immer eine Mindestgeschwindigkeit beibehält und nicht anhält, da man sonst im nassen Sand sich festfährt. Unser Fahrer ist gebürtiger Maori und macht die Tour schon jahrelang, sodass er sich bestens mit den Gezeiten und dem Meer auskennt, da man hier als unerfahrener Schwimmer keine Chance gegen die starken Wellen hat. Aus diesem Grund begegnen wir auf der gesamten Strecke lediglich einem Jeep und ansonsten hat man das Gefühl, als würde der Strand niemals enden und man könnte stundenlang geradeaus fahren. ­­­­­­­­­­Irgendwann ist dann aber der Punkt erreicht, an dem wir links abbiegen und wieder auf eine asphaltierte Straße gelangen.

Zurück an der Westküste legen wir eine Mittagspause in der Doubtless Bay ein, wo es für jeden Fish & Chips gibt. Wenn es noch wärmer wäre, könnte man hier auch sehr gut schwimmen gehen. Das Schöne an Neuseeland ist, dass man selbst vom weit entferntesten Punkt höchstens 128 km vom Strand entfernt ist.

20160717 8663
Doubtless Bay

­­­­­­­

Frisch gestärkt geht es nun weiter zum Ancient Kauri Kingdom, einem Geschäft, in dem es Möbel und andere Sachen aus Kauri Holz gibt. Außerdem steht hier ein 50 Tonnen schwerer Kauristamm, mit einer integrierten Treppe. Stückpreis für das Unikat: 2,5 Millionen US Dollar.

Die letzte Station des Tages ist der Puketi Kauri Forest, ein 20.000 Hektar großer Wald, in dem über 1000 Jahre alte Kauri Bäume zu finden sind. Außerdem beherbergt der Wald eine große Vielzahl von einheimischen Pflanzen und Tieren.

Somit endet der bislang interessanteste und eindrucksvollste Tag meiner Reise.

Paihia & Russell (16.07.2016)

Heute geht es mit Stray von Auckland nach Paihia, einer kleinen Küstenstadt an der Bay of Islands. Die ca. 250km lange Strecke führt fast ausschließlich über den Highway 1, den längsten Highway der Nordinsel. Beim Blick aus dem Fenster sieht man hügelige Wiesen mit Schafs- und Kuhherden, sowie subtropische Regenwälder.

Der erste Zwischenstopp ist bei 2 Kauri Bäumen, den größten Bäumen Neuseelands. Der Tāne Mahuta ist der mit 2000 Jahren älteste und mit 51,2 Metern auch der höchste Kauri in Neuseeland. Außerdem sind die Bäume Bestandteil in einem sehr bekannten Film, der in Neuseeland gedreht wurde. Schreibt doch mal in die Kommentare, welcher Film das sein könnte!

20160716 8012
Kauri Baum

 

Der zweite Zwischenstopp ist in Whangarei, einer Küstenstadt an der Ostküste.

Etwa eine Stunde später kommen wir in Paihia an. Das Wetter ist schön und es ist sogar noch etwas wärmer als in Auckland. Zuerst muss ich Hostel einchecken, zu meiner Freude direkt am Meer liegt. Die Zimmer sind zwar übertrieben klein, aber dafür hat man vom Aufenthaltsraum und der Küche aus eine perfekte Aussicht auf das Meer:

20160716 8027
Aussicht vom Aufenthaltsraum auf das Meer

Am  Nachmittag fahre ich mit der Fähre nach Russell, einer kleinen Stadt gegenüber von Paihia, die 1840 für kurze Zeit Hauptstadt von Neuseeland war.

20160716 8082
Russell

Dort bin ich auf einen kleinen Berg gegangen, von dem man einen Panormablick auf die ganzen kleinen Inseln der Bay of Islands hat.

unbenannt-1
Aussicht auf die Bay of Islands

 

 

Da  es schon wieder spät wird und die Sonne untergeht, mache ich mich wieder auf den Rückweg mit der Fähre zu meinem Strandhostel in Paihia.

20160716 8182
Sonnenuntergang in Russell

 

Mount Eden (14.07.2016)

In den letzten Tagen hatte ich eine Einführungspräsentation über Arbeiten und Reisen in Neuseeland. Außerdem habe ich mein Bankkonto eröffnet und erfolglos nach einem Auto, besser gesagt einem Campervan, gesucht. Die Autos, die in meinem Budget lagen, sind im Schnitt 20 Jahre alt und haben meistens keine registration (Zulassung) und / oder kein WOF (TÜV). Deswegen habe ich mich für ein Bus Ticket von der Firma Stray entschieden. Das Ticket ist für ein Jahr gültig und man kann damit eine bestimmte Route quer durch Neuseeland fahren. Das Gute daran ist, dass man jede Strecke beliebig oft fahren kann und an jedem Punkt der Route nach dem hop-on-hop-off-Prinzip aussteigen, beziehungsweise einsteigen kann. Aber mehr dazu später, wenn ich mit Stray gereist bin.

Nachdem ich heute morgen von der Sonne geweckt wurde, habe ich zum ersten mal, seit ich hier bin, ein leckeres und vor allem sättigendes Frühstück mit gefakter Nutella gegessen (Originale Nutella gib es zwar auch, ist jedoch teurer). In den letzten Tagen hatte ich nämlich das Frühstück vom Hostel bekommen, was lediglich aus zwei Scheiben Toast, einer bitter schmeckenden Marmelade, Butter und Milch bestand.

Mittags geht es dann zu Fuß auf den Mount Eden, einen erloschenen Vulkan, der sich etwas außerhalb von Auckland befindet. Mit 196m ist er nicht besonders hoch, sodass man auch schnell oben ist. Von dort aus hat man einen wunderbare Sicht über ganz Auckland und die Umgebung.

20160714 7960
Sicht von Mount Eden auf Auckland

Hier oben ist es auch definitiv viel ruhiger als mitten in der Stadt. Während ich die Ruhe genieße, lasse ich meine Kamera arbeiten. Das Ergebnis davon könnt ihr euch auf meinem YouTube Kanal anschauen:

YouTube 12thousandmiles

Hier sehr ihr auch den Zeitraffer des Sonnenuntergangs, mit Blick auf Auckland. Selbst ohne Zeitraffer ist es auf einmal schnell dunkel geworden. Um 18:18 Uhr ist es bereits stockdunkel und sehr windig, weswegen ich mich für den Rückweg entscheide.

 

20160714 7984 - Kopie
Auckland am Abend

Mir hat Mount Eden sehr gut gefallen und ich kann jedem, der sich momentan in Auckland befindet oder einmal dort sein wird, diesen Ort empfehlen, da man einfach eine perfekte Aussicht über Auckland hat und abends die Lichter der Stadt erwecken sieht.

Ankunft in Auckland (11.07.2016)

 

20160711 7821
Westküste Neuseelands beim Landeanflug 

Es ist endlich soweit! Am 10. Juli bin ich nach einer 29 stündigen Reise gegen 13:00 Uhr Ortszeit in Auckland gelandet. Mit dem Shuttle Bus geht es dann zum Hostel, in dem ich die ersten Tage verbringen werde. Das Hostel befindet sich im Zentrum Aucklands, in einer Nebenstraße der Queen Street, die hier so etwas wie die Hauptstraße ist.

Da ich von meinem Jetlag noch nicht viel spüre und es mitten am Tag ist gehe ich mir jetzt die Stadt anschauen. Trotz Winter ist es mit 16° C Außentemperatur noch relativ angenehm. Für die größte Stadt Neuseelands sind am Nachmittag jedoch wenig Leute unterwegs. In Auckland leben mit 1,4 Millionen ca. ein Drittel der Bevölkerung Neuseelands. Die Stadt wurde auf einem Vulkanfeld erbaut, was man schnell an den sehr steilen Straßen bemerkt. Ich folge der Queen Street Richtung Hafen, der, aufgrund der vielen Segelboote, der Stadt auch den Namen „City of Sails“ verleiht. Nicht zu übersehen ist der Skytower, der mit 328 Metern das höchste Gebäude der südlichen Hemisphäre ist.

20160711 7847
Auckland am Abend mit Blick auf den Skytower

Abends geht es dann aber früh ins Bett, weil ich so langsam doch ziemlich müde vom langen Flug und den 10 Stunden Zeitverschiebung bin.

Kia Ora!

Mein Name ist Sebastian Schneider und ich werde ab Anfang Juli 2016 meine Work and Travel Reise antreten. 11 Monate lang werde ich durch Neuseeland reisen, um Landschaft, Kultur und Leute kennenzulernen.

Auf dieser Internetseite werde ich regelmäßig Bilder und Beiträge zu meiner Reise veröffentlichen.

Über Kommentare oder Feedback würde ich mich sehr freuen!

Meine Reise habe ich über die Austauschorganisation Stepin gebucht.

Schaut auch mal hier vorbei:

Instagram

Google+

Youtube